Geschichtliche DatenEine analytische Abhandlung der Geschichte des Dorfes Draviskos würde den Rahmen dieser Präsenz sprengen. Somit wird nachfolgend nur ein globaler Überblick mit Schwerpunkt auf den letzten markanten Ereignissen präsentiert. Es existiert allerdings eine sehr ausführliche Abhandlung mit Titel "Die Geschichte des Dorfes Draviskos", geschrieben von Stelios M. Samoladas, welche als kostenloses "E-Book" (leider nur auf Griechisch) verfügbar ist. Der Verweis zum Download erscheint unter der Rubrik "Verschiedenes". |
Eine Rückblick auf die Geschichte des Dorfes Draviskos führt fast 3000 Jahre in die Vergangenheit zurück. Zwar bleibt der genaue Zeitpunkt der Entstehung des Dorfes unbekannt, jedoch wird der Ort ab ca. 700 v. Chr. erwähnt. Am Wahrscheinlichsten erscheint, dass Draviskos von Thraziern gegründet wurde. In diesem Zusammenhang als besonders erwähnenswert erscheint der Umstand, dass das heutige Dorfzentrum Draviskos nur geringfügig vom Zentrum der ursprünglichen Ansiedlung entfernt liegt und der Name des Ortes abgesehen von zeitweise gebräuchlichen Variationen bis heute in der ursprünglichen Form erhalten blieb. Die Widersprüche in einschlägigen Quellen führen zu der Annahme, dass in der Ebene vor dem Höhenzug "Pangeon", wahrscheinlich im Bereich der heutigen Stadt Drama, ein Ort oder Gebiet gleichen Namens existierte. Unbezweifelt bleibt allerdings die Existenz des Ortes Draviskos in der Lage "Frangala" der Provinz Fyllida, und zwar direkt an der damaligen von / nach Amfipolis führenden Verkehrsverbindung, die später einen Teil der römischen Heerstraße "Egnatia" bildete. |
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168 v. Chr. eroberten römischen Truppen Mazedonien und zerschlugen somit endgültig das Mazedonische Königreich. Draviskos wurde der "Ersten Mazedonischen Provinz" mit der Hauptstadt Amfipolis zugeordnet. In der Lage "Frangala" ist bis heute ein gepflastertes Teilstück der damals bis Konstantinopel (Istanbul) führenden römischen Heerstrasse "Egnatia" erhalten. Bei der Spaltung (395 n. Chr.) des Römischen Reichs wurde Draviskos zusammen mit dem gesamten heutigen Kreis Serres in die 6. Provinz ("Illyrikou"), später "Thema Strymonas", des Byzantischen Reichs eingegliedert. |
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Die schrittweise Umsiedlung der Einwohner von Draviskos in Richtung des Hügels "St. Athanasios" auf der nördlichen Seite des heutigen Draviskos scheint bis zum Ende des 14. Jahrhunderts stattgefunden zu haben. Im Rahmen der Expansion des Ottomanischen Reichs geriet schließlich auch die Provinz Fyllida unter türkische Herrschaft. Vom 15. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Draviskos "Tsifliki" (= Landgut) verschiedener "Agas" und Beis", mit Ausnahme der Periode 1840 - 1890, während der sich das "Gut Draviskos" im Besitz der (griechischen) Familie "Doumbas" befand. |
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Im Rahmen der internationalen Geschehnisse gegen Ende des 19. Jahrhundert entwickelten auch in der Provinz Fyllida bulgarische Partisanen ihre auf Umsturz bedachten Aktivitäten, bis im Jahr 1905 der aus Serres stammende Scharführer Doukas G. Doukas ("Kapitän Zervas") mit einer Truppe 20 bewaffneter Männer den Schutz der Provinz Fyllida und des Gebietes in der Ebene vor dem Höhenzug "Pangeon" übernahm. 1912 stellte er dann eine "Befreiungstruppe" mit rund 100 bewaffneten Männern aus den umliegenden Dörfern auf und trug zur Vertreibung der türkischen Besatzer aus den lokalen Dörfern und dem weitläufigeren Gebiet bei. |
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Während des 2. Balkanischen und 1. Weltkriegs geriet das Dorf Draviskos 1912/13 und 1916/18 unter bulgarische Besatzung, wobei Zerstörungen Plünderungen und Hinrichtungen stattfanden. Weiterhin wurden zahlreiche Bewohner des Dorfes Draviskos nach Bulgarien verschleppt und kamen dort in der Mehrzahl in Arbeitslagern ums Leben. Im 2. Weltkrieg geriet Draviskos ab Mai 1941 bis Oktober 1944 zum Dritten mal unter das Joch bulgarischer Besatzer. Im September 1941 bombardierte sogar ein bulgarisches Flugzeug das Zentrum von Draviskos, wobei die Einwohner Kalliopi Selimi und ihre zwei minderjährigen Kinder Maria und Polychronis sowie die beiden Jugendlichen Wasilios Kuoikoglou und Wasilios Papadopoulos getötet wurden. |
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Nach dem Zweiten Weltkrieg brach in Griechenland der Bürgerkrieg 1944 - 1949 aus. Auf lokalem Niveau terrorisierten selbsternannte "Partisanen" von ihren Standpunkten in den Höhenlagen des "Pangeon" aus auch das Dorf Draviskos, ermordeten sowohl bewaffnete als auch unbewaffnete Einwohner und richteten Zerstörungen an. Bei einem Angriff im Jahr 1946 wurde die Schule in Brand gesetzt, weil dort zum Schutz des Dorfes ein Posten der "Horofylaki" (= Polizei) stationiert war. |
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Ein besonderes Kapitel in der Geschichte des Dorfes Draviskos beginnt mit der massenhafte Ankunft von Flüchtlingen aus Thrazien und Kleinasien. Trotz des massiven Widerstands der lokalen Bevölkerung wurden auf Betreiben der Flüchtlingsorganisationen und Behörden im Jahrzehnt 1920 zahlreiche Flüchtlingsfamilien in Draviskos angesiedelt, während die übrigen "Kleinasiaten" das benachbarte Dorf "Mavrolofos" gründeten. |
![]() Der östliche Teil der Siedlung der Kleinasier |
Die über Jahrzehnte offen ausgetragene Feindschaft zwischen einerseits "Einheimischen" und andererseits "Kleinasiaten" und "Thraziern" tritt heutzutage nur noch selten zu Tage, jedoch besteht auch weiterhin die Differenzierung in Bezug auf die jeweilige Abstammung der Einwohner des Dorfes Draviskos. |
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